Unfassbar!

So langsam sortiert es sich, unser Leben. Es war ein Einzug auf Raten, jedes Möbelstück haben wir einzeln organisiert und abgeholt und es ist einfach unglaublich, wie viel wir geschenkt bekommen haben. Jetzt sind meisten Kisten ausgepackt (aber vermutlich nur, weil es so wenige waren). Herd, Spülmaschine und Waschmaschine sind angeschlossen und sie zu benutzen lässt endlich wieder etwas Alltagsgefühl entstehen. An dieser Stelle ist definitiv nochmal ein riesiges Dankeschön an alle Beter und Unterstützer angebracht.

Wie geplant haben wir unsere Situation genutzt, um unser Leben etwas aufzuräumen, verzichten auf Wäschetrockner und Fernseher (ein großer Gewinn für die Wohnzimmergestaltung!) und auch auf einige andere Dinge. Manuel ist mit einer halben Stelle in seiner alten Firma zurück. Und das Beste ist: Unsere Gemeinde hat angeboten, uns die für Indien zugesagte Unterstützung trotzdem zu geben. Das bietet uns die tolle Chance, das nächste Jahr ohne Geldsorgen trotzdem Gott zu schenken und einen großen Teil unserer Zeit für ihn und die Menschen in unserem Stadtteil zu investieren. Auf dieses Experiment sind wir wahnsinnig gespannt!

Im Grunde genommen hat es sogar bereits gestartet. Seit ein paar Wochen treffe ich mich gemeinsam mit meiner Schwägerin Annika mit einem vietnamesischen Ehepaar zum Bibellesen (sitze dabei auf Stühlen, die mal Manuel und mir gehörten und trinke Tee aus Tassen, die wir zur Verlobung geschenkt bekommen haben). Wie jetzt? Ganz genau, unsere Nachmieter sind ganz hingerissen von der Vorstellung, Teil einer 2000 Jahre alten Bewegung zu werden und ihre Akademiker-Herzen schlagen höher, wenn ihnen klar wird, wie unendlich viel Geheimnis und Weisheit in jedem noch so kleinen Bibelabschnitt steckt.

„Ist das nicht unfassbar?“ denke ich jedes Mal, wenn ich das begeisterte Funkeln in ihren Augen sehe, wenn ich zuhöre, wie Gott schon seit Jahren geheimnisvolle Spuren in ihrem Leben hinterlässt. Wie kann es sein, dass alles so zusammen passt? Dass ausgerechnet unsere (gescheiterten) Pläne uns die Möglichkeit geben, einer ganzen Familie Gott vorzustellen, die scheinbar nur darauf gewartet hat, endlich jemanden zu treffen, der ihn kennt.

Ist das nicht unfassbar? Eigentlich nicht, oder? Das ist einfach nur die Handschrift mit der jemand den roten Faden in unser Leben zeichnet.