Runter von der roten Couch!

Da wären wir also. Unsere rote Couch (Lieblingsplatz in unserer Wohnung), samt Kommode (Sperrmüllfund, von Hand aufgearbeitet) und Esstisch (Glückstreffer einer Tagestour mit meiner Schwester durch die Second Hand-Möbelhallen in Essen und Umgebung), das alles also ist bei der Schlüsselübergabe in den Besitz unserer Nachmieterin übergegangen. Wir mögen Dinge mit Geschichte, deswegen hat es uns bisher auch wenig ausgemacht, all diese Möbel, an denen wir schon irgendwie hängen, mit noch einer weiteren Familie zu teilen, sie zum Teil ihrer Geschichte werden zu lassen. Wir hatten ziemlich genaue Vorstellungen, an was für Leute wir die Wohnung gern vermieten wollten: Jemand, der in die intensive Hausgemeinschaft hineinpasst und Interesse hat, echten Kontakt entstehen zu lassen. Jemand, der genau davon profitiert, also bisher vielleicht wenig Anschluss oder nicht genug Unterstützung hatte. Zum Beispiel jemand der neu in der Gegend ist. Möglicherweise sogar eine Familie mit kleinen Kindern. Jemand, der unseren Einrichtungsstil mag und die Wohnung mit der entsprechenden Wertschätzung behandelt. Und natürlich wäre es schon praktisch, für die volle Zeit vermieten zu können…

Alle diese Vorstellungen erfüllt unsere Nachmieterin. Und wir haben nun das unverhoffte Vergnügen, sie sogar näher kennen zu lernen, da wir also doch in der Nähe bleiben.

Genau, wir bleiben in der Nähe: Der Visa-Antrag wurde abgelehnt. Während wir darauf warteten, dass unsere Pässe aus Frankfurt zurück geschickt wurden, haben wir ohne große Erwartungen ein paar Wohnungen angesehen und eine tolle bezahlbare gefunden, die keinen halben Kilometer von unserer alten entfernt ist.

Natürlich liegt es nahe, unsere Nachmieterin zu fragen, ob wir den Vertrag etwas früher auflösen können (immerhin haben wir bis auf persönliche Dinge unseren kompletten Hausstand abgegeben), wir haben uns aber dagegen entschieden. Wir sind der festen Überzeugung, dass diese Schritte Richtung Indien kein Irrweg waren, sondern irgendwie einen Sinn ergeben werden. Deswegen wollen wir die Dinge nicht einfach wieder rückgängig machen, sondern nach einem guten Weg vorwärts suchen. Ein paar Ideen dazu haben wir auch schon, aber dazu später mehr.

Erstmal werden wir uns nach dem Urlaub, den wir zur Zeit auf Lanzarote verbringen, aufs Einziehen und Einrichten konzentrieren. Dabei können wir übrigens gut noch etwas Unterstützung gebrauchen. Derzeit haben wir nämlich nur eine Küche und ansonsten keinerlei Möbel. Wer zufällig noch eine Sitzgelegenheit, Schränke, Regale usw. übrig hat, darf uns gern Bescheid geben (egal ob geliehen, geschenkt oder günstig verkauft ;-)).

Ganz liebe Grüße,

Anne, Manuel & Janosch