Dziubas und die indische Bürokratie (Teil 2)

Wie ging´s denn nun weiter mit dem Visum? Wie gewohnt unerwartet: Am Mittwoch kam ein Anruf, dass mein Visa-Antrag abgelehnt wird. Hm??? Ja, so haben wir auch geguckt. Ein bisschen lachen mussten wir schon über diese absurde Geschichte. Aber dann auch schnell eine Entscheidung treffen: Ein anderes Visum versuchen? Oder – was? Aufgeben? Nein, so weit sind wir noch nicht. Also mal wieder in Windeseile Dokumente zusammen stellen, Anträge ausfüllen, online abschicken, ausdrucken und zum zweiten Mal diese Woche nach Frankfurt sausen, den Antrag diesmal persönlich abgeben, um den Prozess zu beschleunigen (aus irgend einem Grund dauert die Bearbeitung postalischer Anträge etwa sieben mal länger als die der persönlich abgegebenen).

Ich muss zugeben, Donnerstag und Freitag war ganz schön die Luft raus bei uns. Unter Hochdruck all die Unterlagen fertig machen, so eine lange Fahrt auf sich nehmen, obwohl man krank ist am liebsten im Bett bleiben würde, und dann nicht zu wissen, ob das überhaupt was bringt… Ich war mir sicher, dass die Manuel mitsamt der Pässe und doppelt ausgedruckten Anträge wieder nach Hause schicken. Aber nein, der Antrag wurde angenommen, weiter geleitet und wieder heißt es Warten.

Ganz ehrlich? Wenn ich da im Konsulat säße und mir der erste Visa-Antrag so suspekt gewesen wäre, dass ich dreimal etwas nachreichen lasse und schließlich doch ablehne – würde ich den zweiten Antrag, zwei Tage später, überfliegen und gleich ablehnen.

Nein, wir sind nicht pessimistisch. Wenn wir nächste Woche unser Visum bekommen, ist das aus meiner Sicht einfach Gottes Wirken zu verdanken. Und wenn nicht, dann sind wir (im Gegensatz zu 2010) nicht unvorbereitet. Eines haben wir in den letzten Jahren ganz sicher gelernt: was es tatsächlich bedeutet, Träume und Pläne in der offenen Hand zu halten.

Wir haben nun den Flug auf den 3.3. umgebucht. Vielleicht können wir jetzt ein paar der abgesagten Verabredungen der letzten Wochen nachholen und etwas entspannter weiter packen. Da unsere Wohnung bereits ab dem 1.3. vermietet ist, liegt nun, komme was wolle, der Auszug an.